Virtueller Tag der offenen Tür

Eichstätt

Eichstätt ist Bischofssitz und Heimat der einzigen Katholischen Universität im deutschen Sprachraum: zwei Faktoren, die das Leben in der Stadt entscheidend mitprägen. Im Jahr 2008 feierte Eichstätt 1100 Jahre Stadtgeschichte, die Historie des Bistums Eichstätt reicht sogar mehr als 1200 Jahre zurück.

Hochschulstandort Eichstätt

Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt ging zum einen hervor aus der Bischöflichen Philosophisch-Theologischen Hochschule (seit 1924), die wiederum auf das 1564 gegründete Collegium Willibaldinum zurückging, das bis 1807 bestand und 1843 als Lyceum wiedererrichtet wurde. Die andere historische Wurzel ist die 1958 auf Beschluss der bayerischen Bischöfe gegründete Pädagogische Hochschule Eichstätt. 1972 wurden die beiden kirchlichen Hochschulen in Eichstätt sowie neueingerichtete Fachhochschulstudiengänge zu einer Gesamthochschule vereinigt. 1980 wurde daraus die Katholische Universität Eichstätt, im Jahr 2001 wurde der Name um Ingolstadt ergänzt.

Kultur und Freizeit

Eine ganze Stadt als Festkulisse: Vor allem der Sommer ist die Zeit der Festivals und Feste in Eichstätt: Open Air-Festivals, Feste und Kulturreihen prägen den Eichstätter Sommer. So feiert man mit beim Fliegerfest auf dem Frauenberg, bevor das Altstadtfest Anfang Juli die Plätze und Gassen der Stadt in eine fröhliche Bühnen- und Feierlandschaft verwandelt. Höhepunkt des Sommersemesters ist jedes Jahr das Hofgartenfest vor der Sommerresidenz, bei der Eichstätt und Universität zusammenkommen und feiern. Ganz traditionell genießt man den weiteren Sommer beim Fischerfest. Ein weiterer Höhepunkt ist das Volksfest im August und September.

Kleine Stadtgeschichte

Im Jahr 2008 feierte Eichstätt 1100 Jahre Stadtgeschichte. Noch weiter reichen die Wurzeln des Bistums zurück: Im 8. Jahrhundert wurde der angelsächsische Mönch Willibald der erste Bischof von Eichstätt.

Vorgeschichte und Bistumsgründung
Nach einer episodenhaften keltischen und römischen Vorgeschichte begann die eigentliche Entwicklung der Stadt um 740 mit der Errichtung eines Klosters durch Bonifatius, den „Apostel der Deutschen“, und der Erhebung des Angelsachsen Willibald zum ersten Bischof. Bereits 908 erhielt „Eihstat“ Markt-, Münz- und Zollrecht sowie das Recht zur Ummauerung der Stadt.

Renaissance und Schwedensturm
Besonders wichtig für die weitere Entwicklung war das erste Mitspracherecht in der Stadtverwaltung, das sich die Bürger 1291 erkämpften und das 1307 bestätigt wurde. Zu dieser Zeit gewannen aber auch die Eichstätter Bischöfe an Macht und Einfluss. Als Fürstbischöfe waren sie von 1305 bis zur Säkularisation im beginnenden 19. Jahrhundert zugleich geistliche und weltliche Herren der Region.

Die humanistische Blütezeit des 15. und 16. Jahrhunderts zeigte sich nicht zuletzt in der Anlage des weltberühmten Renaissancegartens „Hortus Eystettensis“.

Foto: Tourist-Info Eichstätt

Die Reformation konnte in Eichstätt nicht Fuß fassen. Vielmehr wurde 1564 nach den Vorschriften des Konzils von Trient mit dem Collegium Willibaldinum das erste deutsche Priesterseminar im Geiste der Gegenreformation gegründet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die als „Hochburg des Katholizismus“ geltende Stadt von den Schweden erobert, geplündert und am 12. Februar 1634 fast völlig zerstört.

Vom Barock bis zur Universitätsstadt
Der Wiederaufbau nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Kriegs verschaffte der Stadt ihr heutiges, nahezu unverändertes barockes Aussehen. Die drei bedeutendsten Architekten dieser Zeit waren Giacomo Angelini, Mauritio Pedetti und Gabriel de Gabrieli.

Nach der Säkularisation wurde das Fürstbistum Bayern zugesprochen. Die industriellen Entwicklungen des 19. und 20. Jahrhunderts berührten Eichstätt wegen der Lage abseits der großen Verkehrswege kaum. Auch von den Verwüstungen der Weltkriege blieb Eichstätt verschont. Durch die Gebietsreform 1972 kam die bisher zu Mittelfranken gehörende Stadt zum Regierungsbezirk Oberbayern und wurde gleichzeitig als „Große Kreisstadt“ Mittelpunkt des gleichnamigen Landkreises.

Quellen: Tourist-Information Eichstätt